– underground composing –

Fr 16.06.2017

beginn: 18:30

dj´ing : ab cirka 01.00 uhr

 

Composed lädt künstlerische Entitäten dazu ein gemeinsam in Dialog zu treten. Aus diesen Dialogen werden über die Zeit wahrnehmbare, künstlerische Werke aus ganz verschiedenen Disziplinen und ästhetischen Richtungen. On Dialogue setzt mit der Programmierung von unterschiedlichen Sets zwischen 20-80 Minuten darauf auch Menschen anzulocken und in ihrer Aufmerksamkeit zu halten, die sich vor allem aus „nicht-Fachkreisen“ zusammen setzen. Insgesamt wird ein bunter Abend gestaltet, der als Gesamtes im Dialog steht. Installationen, Bilder, Kompositionen, Noise, Elektronik, Tanz, Performance dürfen gleichberechtigt den Raum mit Kreativität erfüllen Diese Entitäten (Ensembles und künstlerische Werke vorzubereiten, also sie zu komponieren, choreografieren, designen, schreiben etc. Bei on dialogue sollen vor allem auch KünstlerInnen zum Zuge kommen, die sonst in der etablierten Kunstszene aufgrund von Marktgesetzen unterrepräsentiert sind oder eben aus Verkaufsstrategien herkömmlicher PromoterInnen herausfallen. Das Festival lädt ganz bewusst KünstlerInnen verschiedener Geschlechter, verschiedenen Alters, verschiedener sozialer Herkunft ein, damit für den Dialog mit dem weit gefächerten Publikum das wir ansprechen wollen, eine gute Startbasis gelegt ist. Die Kuratierung erfolgt dennoch höchst selektiv was Qualität und künstlerische Ansprüche betrifft. „Anything goes, only it matters how it is done/ crafted.“

Die on dialogue Plattform bietet den Raum für Experimente, spontane Kollaborationen, direkten Erfahrungsaustausch und Multiplikation vieler Festival-implementer Synergien. Das beste Beispiel ist hierzu vielleicht die Vergabe eines Kompositionsauftrages an den Mathematiker Christof Spanring, der seine Erkenntnisse in Musik gießen wird.

Pre:
→ Ensemble Zeitreise (gemischtes Ensemble mit Stimme)

Eröffnung (20:00):
→ Kevin Fairbairn – Posaune
Genre: neue Musik

→ HALS - experimentelles Stimmbandkollektiv
Genre: experimenteller Crossover/Pop/Jazz/Songs

→ Alice Reichmann – poetry slam/ leitet Freispruch im Spektakel/Wien (Beispielvideo:
Kategorie: Storytelling

→ Duo ovocutters – Cembalo, Akkordeon
Genre: neue Musik

→ Thomas Hüttl Felix Krasser – Kochperformance
Genre: Kochen/ Performance

→ Martinaclaussen, Christin Fuhs – Elektronik, Vertical Dance
Genre: Multimedia

→ Hans & Franz – Performance (Duo)
Genre: Performance

→ Livestram happening mit Partner_innen in den Städten Essen, Zürich und Basel. Auch dort wird ein kleines Publikum sitzen

Goni Peles (Komposition)
Laura Endres (Komposition)
Benedikt ter Braak (Synth/ Komposition)
Christof Spanring (Mathematik/ Komposition)

Erich Schachtner (Gitarre)
Duo Ovocutters
Katharina Köller (Schauspiel)
Elisabeth Kelvin (live-painting/ Saxofon)
Kevin Fairbairn (Posaune)
LeKeDa (Trio)
Karl Degenhardt (Schlagzeug)

→ LeKeDa Trio (Trompete, Posaune, Klavier)
Genre: neue Musik

→ Erich Schachtner & Emil Gross (E-Gitarre, Drums und Boombox)
Grab it! von Jacob Ter Verdhuis
Genre: neue Musik

→ Tomáš Novák / Paul Schuberth - Duo Vakkordeonioline
Genre: Experimental Crossover

→ live-Installation und Performance
Kollegium Musicum Improvisorium (5tett) Igor Gross (Vibrafon), Lena Pirklhuber und Monika Demmer (Tanz)
Genre: Multimedia

→ Miley Cyrus
Genre: Noise

→ Nego Yokte - Dj
Genre: Dj-lineup

→ Kompositionen in verschiedenen Sets
Margareta Ferek-petric
Ricardo Tovar Mateus
Grzegorz Pieniek
Julian Gamisch
Michal Muggli
Akali alisa Nego Yokte

Musikvermittlung und audience-development im Dialog

Ganz nebenbei handelt es sich bei diesem Projekt auch um ein Musik- und Kunstvermittlungsprojekt mit partizipativem Ansatz: die Mitwirkenden selbst sind erstens Gegenstand der Vermittlung, zweitens kann durch die ungezwungene Atmosphäre auch direkt am Festival mit den KünstlerInnen kommuniziert werden. Es ist dadurch die Möglichkeit gegeben, dass sich Kreierende und Darstellende auf Augenhöhe begegnen.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei einem Teil der Klangkörper um aufstrebende Profis  unserer Kulturlandschaft handelt, müssen weder „etablierte, ästhetische Positionen“ gehalten werden, noch sind wir an typische Aufführungsorte und/ oder Stammpublikum gebunden, dass aus gewissen Stereotypen abgeholt werden will. Es ist somit insgesamt leichter, eingefahrene Muster und a-flexible Strukturen zu vermeiden, und den Schaffensprozess auf eine andere Ebene zu heben.

 

Die Kunst, die durch on dialogue erfahrbar wird, ist an sich aus einer Utopie geboren; das Festival ist das Instrument für Kunst, die sich selbst abseits des gängigen, zeitgenössischen Marktes und dessen forcierter Ästhetik schafft. Hinter dieser Kunst stehen viele Menschen mit bunten Visionen, Ausdauer ihren Ideen gegenüber konsequent zu bleiben einem Willen einander zu unterstützen und der Hoffnung ihr Umfeld dadurch zu berühren und mit der Welt herum in Dialog zu treten. Durch diese „Dialog-Felder“ um sie herum soll am Ende des Tages eine reichere und vollere Welt zurück bleiben. Gerade heute ist es als KünstlerIn wichtiger denn je, eine Welt an Erfahrungen anzubieten, die indirekt wichtige Kommunikations- und Konflikt-Lösungswerkzeuge in Form von „Softskills“ vermitteln kann.
In einer der wenigen Langzeitstudien über Menschen (die übrigens noch immer läuft)  wurde vor allem eines festgestellt:
Laut Grant Studie werden jene Menschen am ältesten, haben den meisten Erfolg, und bleiben am gesündesten, die die besten Beziehungen führen. Dialog ist die Grundlage jeder gelungenen Beziehung. Auch wenn wir zum Beispiel die Genialität eines Kunstwerkes analysieren oder formell beschreiben wollen, sind wir zum Scheitern verurteilt. Denn dass, was das Leben in die Kunst bringt, sind die Beziehungen des Kunstwerkes zueinander und auch nach außen.
Wir arbeiten daran, dass die Erfahrungen die am Festival sowohl von KünstlerInnen als auch vom Publikum gemacht und erlebt werden all diese Menschen (die ja das Festival sind) zu berühren. Wir arbeiten daran, dass die präsentierte Kunst zum Denken und Fühlen anregt, und dadurch eine positive Veränderung in unser aller Wesen stattfindet, und on dialogue seine Wellen weit nach draußen ausbreitet, und die Echos von überall her zurückstrahlen.